Auflösung
WeinGolfen - Loch 1
St. Georg ist eine Simultankirche mit einem katholischen und einem evangelischen Teil
Von der alten Pfarrkirche aus dem 13./14. Jh. sind nur noch Reste vorhanden. Der Merian-Stich von 1645 (siehe unten) verdeutlicht besonders die unterschiedlichen Bauhöhen von Chor und Langhaus; inmitten ist der Turm zu sehen mit einem spitzen Helm.
Im Jahr 1674 wurde die Kirche im holländischen Krieg zerstört und erst ab 1686 wieder aufgebaut. 1689 wurden im pfälzischen Erbfolgekrieg nicht nur die Wachtenburg, sondern auch die Stadt und mit ihr die Kirche zerstört. Der Wiederaufbau brachte auch bauliche Veränderungen des Kirchengebäudes: Der Turm wurde aufgestockt und mit einem barocken, geschweiften Helm versehen – also nicht wegen der Bayern. Das Langhaus wurde erweitert.
Ab 1705 wurde durch den Kurfürsten verfügt, dass sich die reformierte und katholische Gemeinde das Gebäude zu teilen haben. In der Folge wurde im Jahr 1715 das evangelisch genutzte Langhaus durch eine Trennwand vom katholischen Chor abgemauert. Seitdem wird die Kirche als Simultankirche genutzt – ohne einen Durchgang oder ähnliches: praktisch zwei Kirchengebäude mit einem gemeinsamen Turm.
Im Jahr 1859 entschloss sich die protestantische Kirchengemeinde, das Langhaus – „ihren“ Teil der Kirche – abzureißen und 1860/61 im neugotischen Stil mit Spitzbogenfenstern und Strebepfeilern neu zu errichten. Der Altarraum wurde im Jahr 1906 erweitert und erhielt aufgrund einer Stiftung von Albert Bürklin und seiner Ehefrau Luise Wolf eine neue, einheitliche Inneneinrichtung aus Holz aus Kirchengestühl, beidseitigem Chorgestühl, einer dreiseitig umlaufende Empore und einer Kanzel mit reichgeschnitzter Verzierung und teilweiser Vergoldung. Der Sandsteinaltar aus dieser Zeit wurde im Jahr 2009 durch einen Taufstein aus dem gleichen Material ergänzt, den Jutta Bürklin (+) anlässlich Ihres 90. Geburtstags der Kirche stiftete.
Die 1720 erstellte erste Orgel wurde im Jahr 1883 durch eine Voit-Orgel ersetzt – heute eine der Denkmalorgeln in der Pfalz.
Von ursprünglich zwei großen Bilderfenstern auf der rechten und linken Seite des Chorraums ist nach 1945 nur mehr eines geblieben, das aus Fragmenten beider Fenster zusammengesetzt wurde: das Südfenster mit Petrus und den Reformatoren Johann Calvin, Ullrich Zwingli, Martin Luther und Petrus Waldus. In der Apsis bildet ein Rundfenster mit dem segnenden Christus das spirituelle Zentrum der Kirche.
Mehrmals im Laufe der Geschichte wurden Bronze-Glocken zerstört oder requiriert. Seit 1946 befinden sich vier Gussstahl-Glocken auf dem Turm und laden zu jedem Gottesdienst ein.
Beide Kirchenteile sind zu besichtigen.
Die Zwiebel-Form des Kirchturms entstand im 19. Jahrhundert, als die Pfalz zu Bayern gehörte
Nö.
Die Glocken der Kirche stammen aus dem 17. Jahrhundert und hängen heute noch.
Nö.
St. Georg heißt die Kirche seit im 30-Jährigen Krieg die Engländer hier gelagert haben.
Nö.